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Kein anderes Fahrzeug kann auf eine ähnliche Tradition zurückblicken wie der Porsche 911. Der erste wurde 1963 gebaut. Mit dem neuen "Älver" Carrera hat er nur ein Bauteil gemeinsam: das Porsche Wappen. Porsche hat im Laufe der Zeit mit vielen Konventionen gebrochen, aber nie mit seinen Prinzipien. Der neue 911 ist der jüngste Beweis. Er ist eine weitere Stufe in der Evolution 911. Seine optischen als auch die technischen Veränderungen beweisen eindrucksvoll den Hang zur Perfektion. Durch Steigerung des Drehmoments im gesamten Drehzahlbereich sind seine Fahrleistungen höher als je zuvor. Die Leistung wurde von 300 PS auf 320 PS nach oben korrigiert. Der 3.6 Liter 6-Zylinder-Boxer hat jetzt serienmässig VarioCam Plus, das gab es bisher nur im 911 Turbo und 911 GT2. Unser Testwagen, das neue 911 Cabrio besticht durch eine elegante Erscheinung, die nichts an Sportlichkeit verloren hat. Die Linienführung ist klar und harmonisch. Bei geschlossenem Verdeck wirkt der Übergang zur Heckpartie flach, fliessend und äusserst dynamisch. Das neue 911 Cabrio erreicht in Luftwiderstand und Auftrieb annähernd die gleichen Beiwerte wie das Coupé. Seine exzellenten Fahrleistungen, sein sicheres Fahrverhalten auch bei hohen Geschwindigkeiten, seine erfreulich geringe Geräuschentwicklung innen sowie seinen verhältnismässig geringen Verbrauch (wir fuhren so um die 15 Liter/100 Km) hat das neue Cabriolet nicht zuletzt diesen aerodynamischen Spitzenwerten zu verdanken. Selbst die lausigen 6 Grad Aussentemperatur konnten uns nicht davon abhalten, an die "Öffentlichkeit" zu treten. Per Knopfdruck in der Mittelkonsole oder cooler noch per Fernsteuerung aus der Entfernung, öffnet oder schliesst sich das Verdeck vollautomatisch innerhalb 20 Sekunden wie von Zauberhand. Der Innenhimmel des Verdecks ist aus schalldämmendem Textil gefertigt. Das verbessert die Wärmedämmung und macht das neue Cabriolet leiser. Ein Alu-Hardtop für die kalte Jahreszeit gibt es übrigens ab Werk dazu. Verglichen mit andern Cabrios ist der 911 seit jeher ein echter Fels in der Brandung. Die hohe Karosseriesteifigkeit und vier Airbags einschliesslich Porsche Side Impact Protection System (POSIP) für Fahrer und Beifahrer sowie ein serienmässiges Überroll-Schutzsystem, vermitteln das Sicherheitsgefühl einer Festung. Der Weg vom Rennwagen zum Sportwagen ist bei Porsche bekanntlich ein kurzer. Motor, Getriebe und Fahrwerk des neuen 911 sind für sportliche Höchstleistungen ebenso geeignet wie für den Alltag. Sie vermitteln dem Fahrer jederzeit das Gefühl enormer Agilität und Dynamik. Jeden noch so leichten Druck auf das Gaspedal beantwortet er mit Spontaneität und Vehemenz. Über die umstrittene Flüssigkeitskühlung wurde viel geschrieben und noch mehr geredet, deshalb fassen wir uns kurz: Bessere Abgaswerte, mehr Leistung. Unser Testwagen war mit der technisch raffinierten Tiptronic S ausgestattet. Im Automatikbetrieb bietet die Tiptronic S fünf Fahrprogramme mit unterschiedlichen Kennlinien. Besonders bei sportlicher Fahrweise zeigen sich die Vorteile der fünf Gangstufen. Schnelle Gangwechsel, fast ohne Zugkraftunterbrechung, ermöglichen eine sehr agile Fahrweise. Beim Wechsel in die manuelle Stellung kann man selbst schalten, mit den Wipptasten im Lenkrad ohne Kuppeln. Ein Tipp nach oben zum Hochschalten, nach unten zum Rückschalten. Die Schaltzeit liegt bei rund 0.2 s. Eine herkömmliche Automatik oder ein klassisches Schaltgetriebe brauchen in der Regel mindestens das Doppelte. Fehlschaltungen schließt die elektronische Überwachung aus. Bestnoten verdienen, wie bei Porsche nicht anders zu erwarten, die absolut renntaugliche Bremsanlage und die hervorragende Verarbeitungsqualität aller Details. Fazit: Leidenschaft kann man nicht in einem Wort erklären. Der neue 911 ist pure Emotion. Er ist Inbegriff sportlichen Fahrens und Denkens. Seine technische Umsetzung, seine Optik und seine Ausstrahlung sind einzigartig. Begeisterung, Spass und Elan haben natürlich auch ihren Preis. Der Einstiegspreis von 83.041,- Eur trübt leider etwas die anfängliche Euphorie... Pascal Berchem.
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