|
| Subaru Impreza WRX STi.Richard Burns lässt grüssen! Eine an sich biedere Karosserieform gepaart mit einer Lufthutze auf der Motorhaube, einer tief heruntergezogenen Frontschürze, Seitenschwellern, Heckschürze, Heckspoiler, goldenen Leichtmetallrädern und pinkfarbenem Schriftzug machen den „bunten Hund-Effekt“ des STi nahezu perfekt. Doch was auf den ersten Blick wie ein pubertärer Tuningversuch anmutet, erweist sich schnell als ausgewachsene Rennmaschine mit reichlich Temperament und jeder Menge technischer Feinheiten. Kein Wunder: Für die Erschaffung des rund 1.500 KG schweren Flitzers nutzten die Japaner ihre Erfahrungen aus den Rallye-Sport. Dort dient der Impreza als Basismodell für das World Rallye Car, mit dem Subaru 2001 den Weltmeistertitel herausfuhr. Das Kürzel „STi“ steht für Subaru Tecnica International, dem für den Motorsport zuständigen Tochterunternehmen des Herstellers. Mir Hilfe des Rallye-Know-Hows wurde das Basismodell in entscheidenden Punkten zum STi modifiziert. Ganz auf Sportlichkeit getunt sind die hart zupackenden Bremsen und das straff ausgelegte Fahrwerk. Zur Verbrauchsoptimierung verfügt der 265 PS-Boxermotor mit dem maximalen Drehmoment von 343 Nm über einen veränderten Gemischsensor, hinzu kommt ein verbesserter Kat und spezielle Mehrloch-Einspritzdüsen. Der bei Subaru übliche permanente Allradantrieb soll nicht nur die aktive Fahrsicherheit erhöhen, sondern auch für größtmöglichen Grip, besseren Fahrbahnkontakt und mehr Spurtreue sorgen. Ein größerer Turbolader und Luftladekühler (er lässt sich auf Knopfdruck zur kurzzeitigen Leistungssteigerung zusätzlich mit Wasser kühlen) sowie geschmiedeten Kolben und modifizierte Pleuelstangen sorgen für einen forschen Antrieb. Im Klartext bedeutet dies eine Höchsgeschwindigkeit von 238 Km/h. Den Prestigespurt von 0-100 km/h absolviert der STi in beeindruckenden 5.5 Sekunden. Im Alltagsfahrbetrieb will der Tritt aufs Gaspedal jedoch mit Bedacht gewählt sein. Zwar gibt sich der Japaner bis zu 3.000 U/min relativ handzahm, danach ist Schluss mit zahm und der Fahrspaß geht jetzt erst richtig los. Der Turbolader dreht mächtig auf und wer es darauf anlegt, wird beim Durchstarten in die ergonomisch geformten und erstaunlich bequemen Sport-Schalensitze gepresst. Diese raue Seite des STi lässt entsprechend schnell der Verbrauch ins Unverschämte klettern. Die knackige, kurz abgestimmte Sechsgangschaltung kommt sportlich ambitionierten Fahrern entgegen. Neben den Schalensitzen ergänzen ein Momo-Lenkrad, ein mittig positionierter Drehzahlmesser und diverse Aluminium-Applikationen das Interieur. Zu den serienmäßigen Annehmlichkeiten zählen unter anderem eine Klimaautomatik, eine CD-Radioanlage, elektrische Fensterheber und ein Keyless-Entry-Entriegelunssystem. Für Sicherheit sorgen ABS, elektronische Bremskraftverteilung, Allradantrieb und lediglich zwei Frontairbags. Das Sportgerät kommt ausschließlich als viertürige Fliessheckvariante. Somit bietet der STi für einen Sportwagen relativ viel Platz im Innen und Kofferraum. Fazit: An der auffälligen Optik des STi scheiden sich die Geister. Der Wagen vermittelt jedoch jede Menge Fahrspaß und bietet dank des guten Platzangebots und des hohen Ausstattungsniveau eine für seine Klasse ebenso ungewöhnliche wie gelungene Kombination aus Sportlertugenden und Alltagstauglichkeit. Wer nach diesem Testbericht in die Fußstapfen von Richard Burns steigen will sollte mindesten 36.000.- Euro Sponsorengelder gesammelt haben. Pascal Berchem.
|