Alfa Romeo 147 1.9JTD. Italian Style vom Feinsten.

 

Mit der Einführung des kompakten 147 vor gut einem Jahr hat der Alfa Romeo eine wichtige Lücke in dem hart umkämpften Segment der Kompaktwagen geschlossen. Der Traditionsautomobilhersteller aus Milano begeistert mit dem 147 nicht nur die Fachpresse und eingefleischte Alfisti. Der 147 ist der wahrhafte Beweis, dass Alfa Romeo endgültig aus einen schier endlosen Dornröschenschlaf erwacht ist. Frei nach der Devise „Angriff ist die beste Verteidigung“ wurden in der Chefetage die Weichen gestellt um dem ewigen Hinterherhinken ein Ende zu machen. Alfa Romeo sammelte seine Truppen und reorganisierte sie straff.

Design, Produktionsablauf und nicht zuletzt das Marketing ziehen nun an einem Strang. Vorbei sind die Zeiten, wo man nur noch bei Liebhabern der Marke auf Kundenfang gehen konnte. Obwohl der 147 satte 30% teurer ist als sein Vorgänger, beweisen die prall gefüllten Auftragsbücher, dass Kunden auch bereit sind etwas tiefer in die Tasche zu greifen, solange das Preisleistungsverhältnis stimmt.

Bei unserem neuen fünftürigen 147 1.9JTD Testwagen bedurfte es nicht langer Zeit, um fest zu stellen, dass Lichtjahre zwischen dem Vorgängermodel und dem 147 liegen. Die Verarbeitungsqualität und die Wahl der Materialien samt den Ausstattungs- sowie Sicherheitfeatures brauchen keinen Vergleich mit der „bis Dato“ dominanten Konkurrenz aus Deutschland zu scheuen. Im Gegenteil, Alfa Romeo bringt die teuren Nebenbuhler ganz schön in Verlegenheit. Wir wurden während unserer Testfahrt das Gefühl nicht los, daß die Italiener mit neuen Standards in der Golfklasse in Zukunft mit dem 147 den Ton angeben wollen. Ob es den Milanesen gelingen wird steht in den Sternen, obwohl der bildhübsche 147 unserer Meinung nach absolut das Zeug dazu hat. In Anbetracht der Motorenvielfalt und der Wahl zwischen Dreitürer oder wie in unserem Fall dem neuen Fünftürer, wird sich der 147 eines breiten Publikums erfreuen.

In Zeiten wahrer „Dieselmania“ liegt der 147 1.9JDT voll im Trend. Der überarbeitete 1.9 Liter Common Rail Direkteinspritzerdiesel leistet jetzt standesgemässe 115 PS und entwickelt ein Drehmoment von 275 Nm bei 2.000 U/min. Die Motorenleistung erlaubt sportliches fahren wie man es von einem Alfa Romeo erwartet. Das penetrant laute nageln des Motors trübt allerdings etwas das sportliche Ambiente. Fahrwerk, Bremsen und Lenkung bieten keinen Grund zum Tadel. Persönlich tendieren wir eher zu der dreitürigen Karosserie. Die Designer haben das Problem allerdings elegant gelöst, indem sie ähnlich wie beim 156 die hinteren Türgriffe in die Partie der seitlichen Heckfenster unterbrachten. Beim flüchtigen betrachten verrät den Fünftürer lediglich die zentrale B-Säule. Vorne ist das Platzangebot und der Sitzkomfort sehr angenehm, wobei es auf den Hinterbänken allerdings etwas enger zugeht.

Fazit: Wir können nicht verleugnen, dass dieser Alfa uns mit seinem Charme und guten Aussehen um den Finger gewickelt hat. Selbst objektiv betrachtet, kann man diesem 738.420.- Luf teuren Juwel bis auf vertretbare Kleinigkeiten nur Bestnoten erteilen.   

Pascal Berchem