OPEL SPEEDSTER

 

 

Fahrspass pur verspricht der knackige Speedster, mit dem Opel gleich in mehrfacher Hinsicht Neuland betritt. Der Sportwagen ist das erste Mittelmotor-Auto der Marke und das erste Serienfahrzeug der Marke mit dem Blitz am Bug, das auf Aluminium und Kunststoff als Materialien für Chassis und Karosserie setzt. Der offene Zweisitzer wird von Lotus Cars in Hethel gefertigt, rund 150 Km nordöstlich von London.
Opel-Qualitätsexperten sorgen gemeinsam mit ihren Lotus-Kollegen dafür, dass alle Richtlinien und Prozesse der Marke auch bei diesem Sportwagen angewendet werden. Zusätzlich gehört nach dem Bandablauf ein genau definierter Abnahmetest auf der direkt beim Werk gelegenen Rennstrecke zum Speedster-Programm.
Was hat sich Opel nur dabei gedacht? Winziger Kofferraum, keine Sonnenblende, kein Handschuhfach, kein verstellbarer Beifahrersitz. Puristen kommen allerdings voll auf ihre Kosten. Im Speedster sieht es aus wie in einer Designstudie: Aluminium wohin man blickt, kein Knopf und kein Instrument zuviel. Der Speedster fällt aus der Rolle. Ganz wie der Lotus Elise, an den sich der Opel in seinen Grundzügen anlehnt.
Wer einmal drinsitzt, und das will dank hoher Seitenschweller und tiefer Schalensitze erst einmal

geschafft sein, spürt den Asphalt. Nur wenige Zentimeter trennen die Sitze vom Strassenbelag.
Der Kofferraum von 206 Litern Volumen befindet sich unter der vorderen Haube und reicht für eine Fahrt ins Grüne oder das Schminkköfferchen der Liebsten samt Handtäschchen. Sparsam auch die Konstruktion des Verdecks. Je ein Knopf über den Seitenscheiben entriegelt das geniale Faltdach.
Es bedarf lediglich eines kurzen Drehs am Zündschlüssel und einem Druck auf den Startknopf, um den 2.2-Liter-Motor ein dumpfes Röhren zu entlocken. Die sportlich kurzen Schaltwege und die Geräusche des Gestängels lassen Sportwagen-Feeling aufkommen.
Die 147 PS des aus dem Astra Coupé bekannten Vierzylinders beschleunigen den 870 Kg schweren, respektiv leichten Flitzer, in 5.9 Sekunden von 0-100 Km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei satten 217 Km/h.
Während unseres Tests ergab sich ein Verbrauch von etwa 9.5 Litern ( 8.5 L. laut Hersteller).
Immer noch akzeptabel. Jedoch beschränkt der kleine 36-Liter-Tank den Aktionsradius.
Der Speedster ist wie oben schon erwähnt der erste Serien-Opel mit einem Chassis aus miteinander verklebten Aluminium-Strangprofilen und einer Karosserie aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Resultat: Enorme Steifigkeit bei wenig Gewicht. Entsprechend rasant kann sich der Fahrer des Speedsters in die Kurven legen. Keine quietschenden Reifen, kein Ausbrechen des Hecks. Hier ist der Roadster ganz in seinem Element. Das Auto ist straff gefedert, aber noch ausreichend komfortabel für den Alltagsgebrauch.
Fazit: Für knapp 30.000,- Eur ist der Speedster sicherlich ein heisser Feger.

Pascal Berchem.