LOTUS ELISE MKII

Die Elise MK II. Ein geiler Flitzer!

Das Vorgängermodel der Elise Mk II war das erste Fahrzeug in unserer Testreihe (siehe Testbericht unter www.autostar.lu). Heute, fast genau drei Jahre danach ist erneut eine Testfahrt mit einem der kultigsten Sportwagen der Welt angesagt. Um dem weniger versierten Lesern zu erklären, wie es überhaupt zu solch einem Sportwagen kommen konnte, müssen wir das Rad der Zeit um fünf Jahrzehnte zurück drehen.
Nach dem zweiten Weltkrieg, baute der legendäre Colin Chapman in einer Garage 1948 sein erstes Auto. 1952 gründete er die "Lotus Engeneering Co." 1968 kam der erste Seven auf den Markt. Dieser spartanischer Flitzer begeistert bis heute weltweit eine riesige Fan-Gemeinschaft und sogar Nachahmer. Chapman war zeitlebens dem Rennsport verfallen. Chapmans geniale Konstruktionen machten ihn zum Guru des Leichtbaus schlechthin. Er prägte nicht nur die Formel Eins: Sein Name schrieb Automobilgeschichte.
Nach seinem Tod 1882, übernahmen seine geistigen Erben die schwierige Aufgabe die angeschlagen Firma zu sanieren. Ölkrise und Chapmans Faible für den Rennsport sorgten für leere Kassen bei Lotus.
Der Ausweg aus der Krise gelang Lotus 1995 unter dem Projektnamen 111 (one-eleven), besser bekannt als Elise. Die beiden wesentlichen Entwickler der Elise, der Designer Julian Thomson und der Chassis-Ingenieur Richard Rackham entwickelten einen Sportwagen nach alter Chapman-Manier und hatten schlagartig erfolg. Darauf hatte die Welt gewartet. Das Rezept war denkbar einfach und preiswert. Frei nach dem Motto "Weniger ist mehr" begeisterten sich Scharen von Automobil-Puristen für die kleine Flunder.
Fast 900 Bauteile wurden gegenüber der 1999er Elise bei der aktuellen Elise MK II geändert. Optisch fallen neben den Frontscheinwerfern auch die Entlüftungsschlitze im Heckbereich sofort auf. Auch technisch wurde der 710 Kg schwere Roadster verbessert. Das überarbeitete 1.8 Liter Triebwerk leistet etwas mehr Power. Neu ist auch das Faltdach, dass sich jetzt leichter herausnehmen lässt. Der Einstieg wurde ebenfalls verbessert.
Neben grösseren Felgen, kommt die Karosserie der Strasse nun um 10 mm näher.
Trotz der bescheiden wirkenden Motorleistung von 122 PS unseres knalligen Spielmobiles kommen ungeahnte Sensationen auf. Das Handling ist noch besser und das Fahrwerk noch präziser: Unglaublich was da noch drin steckte. Der Nachfolger des erfolgreichsten Lotus aller Zeiten ist aber auch teurer geworden. Der Grundpreis liegt bei etwa 35.000.- Euro.
Fazit:
Die neue Elise ist ein echter Geheimtipp, und lässt so manchen stärkeren Konkurrenten alt aussehen. Die geringen Unterhaltskosten und die hohe Wertbeständigkeit machen diesen Flitzer weitaus interessanter als man denkt. Schauen Sie doch mal bei ihrem Lotushändler vorbei!

Pascal Berchem.