Der neue Renault Mégane. Ein keckes Hinterteil!
Mut haben die Franzosen. Ausgerechnet sein erfolgreichstes Volumenmodell Mégane hat Renault in ein komplett neues und provozierendes Design gepackt. Und das in dem am stärksten umkämpften Autosegment Europas.
Von der Masse abheben dürfte sich der frische Franzose künftig vor allem durch sein ungewöhnliches Design. Hier vor allem durch das provozierende Hinterteil mit der fast senkrecht stehenden Heckscheibe und der bogenförmigen Wölbung, wie bereits aus Avantime und VelSatis bekannt. Auch die eckig geschnittenen Scheinwerfer sowie das große Markenlogo auf dem Kühlergrill untersteichen die Familienzugehörigkeit.
Durch die breite Spur und die kurzen Überhänge wirkt der neue Mégane stattlicher als sein Vorgänger. Mehr Platz hat er deshalb aber nicht. Das reizende Heckdesign kostet Kofferraumvolumen. Statt 348 Liter sind es jetzt nur noch 330 Liter. Durch die asymmetrisch teilbare Rückbank lässt er sich immerhin auf 1190 Liter vergrößern. Und auch wenn der Mégane in Länge, Höhe und Breite um einige Zentimeter wuchs und auch der Radstand um 5,8 Zentimeter zulegen konnte, bleibt die Beinfreiheit auf der Rückbank knapp bemessen. Ansonsten überzeugt der Innenraum mit einem übersichtlichen Cockpit mit zwei kreisrunden Instrumentenanzeigen und ergonomisch geformten Hebeln, Griffen und Schaltern, beispielsweise die Handbremse, die wie ein Schubhebel im Flugzeug bedient wird. Das meiste davon besteht allerdings aus billig anmutendem Hartplastik.
In Sachen Sicherheit ist der neue Mégane Klassenbester. Fünf Stern im Euro NCAP Crash-Test, sprechen für sich. Ab Werk geliefert werden zweistufig auslösende Frontairbags, Seitenairbags in den Vordersitzen und Windowbags für beide Sitzreihen. Ganz neu ist der Anti-Submarining-Airbag in den Vordersitzen des Dreitürers ,der bei einem Crash verhindern soll, dass die Passagiere unter dem Gurt durchrutschen. Beim Fünftürer übernehmen zwei zusätzliche Gurtstraffer diese Funktion. Aber auch in punkto aktive Sicherheit, zeigt sich der Wagen vorbildlich. Serienmäßig sind ESP, ABS und Bremsassistent.
Angeboten wird der neue Mégane zunächst mit drei Benzin- und zwei Dieselmotoren. Sehr empfehlenswert ist unser Testkandidat, der 1.9-Liter-Common-Rail-Diesel. Er wirkt mit seinen 120 PS und 270 Nm Drehmoment bei 2000 U/min sehr überzeugend. Den Spurt aus dem stand bewältigt der 1.9 dCi damit in 10,5 Sekunden. Beim Track-Test konnte der flinke Diesel seine komfortable Abstimmung aber nicht lange verbergen. Die weiche Fahrwerksabstimmung und die elektrische Servolenkung, lassen das Fahrzeug etwas schwammig wirken, ohne aber unsicher zu werden.
Fazit. Alles in allem, ist der neue Mégane ein sehr gelungenes Auto, sollte es allerdings bei rund 18.000.- Euro auch sein!
Pascal Berchem.